
Rheine/Trakai. Bereits im vergangenen Jahr besuchten Mitglieder des Blas-Orchesters Rodde und des Musikvereins Altenrheine gemeinsam mit Jan-Christoph Tonigs (Leiter Stadtkultur Rheine) die renommierte „Fanfare-Week“ in der litauischen Partnerstadt Trakai. Als ein Ergebnis wurde vereinbart, jungen Musizierenden aus Rheine mit Unterstützung der Stadtkultur Rheine im Jahr 2026 die Teilnahme an diesem internationalen Festival zu ermöglichen. Über den knapp einwöchigen Aufenhalt berichten Leonie Tews, Manuel Elmer und Hanna Staggenburg. „Die Teilnahme an der Trakai Fanfare Week war eine außergewöhnliche und bereichernde Erfahrung. Neben zahlreichen musikalischen Impulsen bot sie die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen, neue Freundschaften zu schließen und die Städtepartnerschaft zwischen Rheine und Trakai auf besonderer Weise mit Leben zu füllen“, lautet ihr Fazit.
Das internationale Festival richtet sich an Musikerinnen und Musiker aus den Instrumental-Bereichen Blechbläser, Saxophon und Schlagwerk und verbindet musikalische Weiterbildung auf höchstem Niveau mit kulturellem Austausch. Im Mittelpunkt der Festival-Woche standen Unterrichte, gemeinsames Musizieren und die Begegnung mit Musikerinnen und Musikern aus aller Welt. Jeden Vormittag besuchten die Teilnehmer einen Basiskurs in Kleingruppen bei internationalen Dozentinnen und Dozenten. Zusätzlich bestand jederzeit die Möglichkeit, die parallel stattfindenden Meisterkurse zu besuchen und so weitere Unterrichtskonzepte kennenzulernen.
Anschließend probten sie täglich drei Stunden mit dem Fanfare Week Orchestra unter der Leitung von Bert Langeler. Der gebürtige Niederländer, der heute in Estland lebt, formte innerhalb weniger Tage aus Teilnehmern unterschiedlichster Nationen ein beeindruckendes Orchester. Gemeinsam wurden acht anspruchsvolle Werke für das große Abschlusskonzert erarbeitet. Höhepunkt des Programms war dabei das Werk „Lithuanian Danceries“, das eigens für das Trakai Fanfare Orchestra vom Niederländer Rob Goorhuis komponiert worden war.
Ebenso bereichernd wie die Unterrichte waren die zahlreichen Begegnungen außerhalb der Proben. Die offene Atmosphäre ermöglichte viele Gespräche mit Dozentinnen, Dozenten und Teilnehmenden aus aller Welt, sodass schnell neue Freundschaften und wertvolle Kontakte entstanden.
Ein besonderer Bestandteil der Fanfare Week war das vielseitige Konzertprogramm. An jedem Nachmittag und Abend fanden an verschiedenen Orten in Trakai Konzerte statt, wodurch sich auch die historische Stadt auf besonderer Weise kennenlernen ließ. Das musikalische Spektrum reichte dabei von klassischer Blasmusik über Gesang bis hin zu experimentellem Jazz.
Zu den Höhepunkten gehörten die Konzerte des international renommierten Ensembles „Boston Brass“. Besonders beindruckend war deren gemeinsamer Auftritt mit dem „Vilnius JJazz Ensemble“ sowie mehreren Dozentinnen und Dozenten der Trakai Fanfare Week, die eigens für diesen Abend eine Big Band formierten.
Am Samstag präsentierten dann die während der Festivalwoche entstandenen Teilnehmerensembles ihre Programme. Den Abschluss bildete am Sonntag das Konzert des „Fanfare Week Orchestra“. Einen besonders bewegenden Schlusspunkt setzte die Festivalhymne „Highland Cathedral“, begleitet von einem Solo auf der Birbynė, einer traditionell litauischen Flöte.
Ein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam um Festivalgründer und künstlerischen Leiter Arvydas Mišeikis und der Leiterin der Musikschule Neringa Misevičienė. Ebenso danken die Teilnehmer den Mitgliedern des Trakai Fanfare Orchestra, die sie mit großer Herzlichkeit aufnahmen und während der gesamten Woche unterstützten.
- Fanfare Week TN vor Trakai Schild (von links): Manuel Elmer, Hanna Staggenburg, Leonie Tews
- Fanfare Week Festival Orchestra beim Abschlusskonzert