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Großer Dank aus Leiria an Rheine

Delegation informierte sich in der Partnerstadt über den Wiederaufbau

LEIRIA/RHEINE. Eigentlich hatte die Stadt Leiria alle Feiern und Veranstaltungen nach der Naturkatastrophe Ende Januar abgesagt. Nach der Verwüstung zahlreicher Dächer, Kirchen, Sporthallen und Industriegebäude, der Zerstörung von mehr als 600 Strommasten, massiven Waldschäden – inzwischen wird das Gesamtvolumen mit 6 Milliarden Euro beziffert – hatte der Staat Portugal die Katastrophenlage ausgerufen. Aber die Feier des Stadtgeburtstages am 22. Mai wollte Bürgermeister Goncalo Lopes doch nicht ausfallen lassen. Denn zum einen macht der Wiederaufbau gute Fortschritte. Zum anderen wollte die Gemeinde Danke sagen. Es hatten einige Unternehmen, auch aus Frankreich, nach der Katastrophe spontan ihre Hilfe zugesagt und waren zum Beispiel mit Monteurteams gekommen, um die Stromversorgung zu reparieren.

Bürgermeister Lopes nutzte den Geburtstag zu einer feierlich-emotionalen Ansprache im Stadttheater. „Gerade in diesem Jahr, in dem uns der Wind am stärksten erschüttert hat, ist Leiria am meisten gewachsen. Es ist als Gemeinschaft gewachsen. Es ist in seiner Identität gewachsen. Es ist in seinem kollektiven Mut gewachsen. Es ist in der Art und Weise gewachsen, wie es für seine Menschen sorgt. Und wir sind auch in der Gewissheit gewachsen, dass, wenn alles zusammenzubrechen scheint, eine tiefere Kraft entsteht“, sagte Lopes unter dem donnernden Applaus der 500 Besucher der Zeremonie.

Ein sehr bewegendes Dankeschön erlebten auch die Vertreter des Städtepartnerschaftsvereins Rheine, die aufgrund einer erfolgreichen Hilfsaktion eingeladen waren. Der Sportclub Gimnasio Acrotumb dankte für die finanzielle Unterstützung, die die Reparatur der Trainingshalle des Vereins ermöglicht hatte. Runde 14000 Euro hatte der Städtepartnerschaftsverein in spontanen Aktionen und einem Benefizkonzert gesammelt. Damit konnten die Fenster an dem Sporthallengebäude, die allesamt zerbrochen waren, repariert – und das Gesamtgebäude wieder abgedichtet werden. Die trainierenden Kinder zeigten den Rheinensern ihr Können. „Wir möchten der gesamten Gemeinschaft von Rheine unseren tiefsten Dank für diese außergewöhnliche Großzügigkeit und Solidarität aussprechen, die uns entgegen gebracht wurden“, sagte Claudia Duarte, Präsidentin des Clubs. Eine Tafel am Eingang des Gebäudes erinnert künftig an die Hilfe aus Rheine beim Wiederaufbau.

Die Vorstandsmitglieder Reiner Wellmann und Rolf Daldrup nutzten die Gelegenheit auch, um mit dem Vorstand des Chores Orfeao de Leiria über einen möglichen Auftritt im Rahmen des Stadtjubiläums 2027 zu sprechen. Im Städtepartnerschaftsverein war die Idee entstanden, eine Konzertreihe mit dem Titel „So klingt Europa“ mit musizierenden Gruppen aus allen Partnerstädten zu veranstalten. Der preisgekrönte Chor Orfeao de Leiria, der bereits zweimal in Rheine war, ist absolut interessiert. Nun will man an den Details weiterarbeiten.

Wie viel Solidarität die Stadt Leiria gerade erfährt, wurde auch exemplarisch an einem Benefizkonzert deutlich, das am Samstag abend vor dem Stadion stattfand. Zahlreiche portugiesische Stars hatten sich bereiterklärt, für den guten Zweck gratis aufzutreten.

Sieben portugiesische Stars, unter ihnen Tony Carreira und Barbara Bandeira, traten von 16 bis 23 Uhr auf. Mehrere zehntausend Menschen verfolgten laut der Zeitung Diario de Leiria die Veranstaltung. Zuvor hatte es bereits zwei gleichartige Konzerte in Lissabon und Porto gegeben. Der Gesamterlös geht an die Caritas in der Diözese Leiria.