Voll besetzte Stadtkirche – Rheine hilft Leiria
RHEINE. Standing Ovations nach einem wunderschönen Finale aller Beteiligten: Das Benefizkonzert unter dem Motto „Rheine hilft Leiria“ war in jeder Beziehung eine erfolgreiche Veranstaltung. Der Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins freute sich am Sonntag über eine voll besetzte Dionyskirche, in der sogar die Stehplätze knapp wurden. Mit viel Applaus dankte das Publikum den musikalisch Mitwirkenden. Das Programm kam gerade in seiner Mischung – die Idee einer Benefizveranstaltung war gerade einmal zwei Wochen vorher entstanden – ausgezeichnet an. Stellvertretender Bürgermeister Fabian Lenz dankte dem Verein für dieses herausragende Beispiel bürgerschaftlichen Engagements.
„Dieses Benefizkonzert ist ein Zeichen dafür, dass eine Städtepartnerschaft keine formale Urkunde in einer Schublade ist, sondern gelebte Freundschaft über Grenzen hinweg“, sagt Lenz. Diese auch in der Spendenbereitschaft deutlich: 3630 Euro spendeten die Besucher für die „Rheine hilft Leiria“.

Deutlich spürte man die Inbrunst des gemischten Chores Soalbate, des Frauenchores Cantus Reni und der Folkgruppe „Ballyborne“, einen Beitrag gegen die Angst und Verunsicherung zu leisten, die spätestens seit dem Krieg im Iran eher gestiegen ist. Die Stimmung in der Stadtkirche war warmherzig und voller Mitgefühl für die schwer verwüstete Partnerstadt Leiria.

Bombastisch war die Reaktion im Publikum auf den Auftritt der Jekits-Kinderchöre der Bodelschwingh- und Südeschschule. Sie sorgten mit ihrer unbekümmerte Art für helle Begeisterung. Leiterin Ulla Vossenberg stimmte mit den Kinder das Sternenlied, das Wutlied und die Traumfänger an. Unterstützt wurden sie von Peter Kieser, der die Kinder am Piano auf Hochtouren brachte.
Der Chor Soalbate unter der Leitung von Ulla Vossenberg hatte zuvor das Konzert mit dem denkwürdigen Lied „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen eröffnet. „Only Time“ – weltweit als Hymne nach den Anschlägen auf vom 11. September 2001 auf das World Trade Center bekannt – sollte die Kraft der Zeit zum Ausdruck bringen, kommentierte Moderatorin Beate Löhrmann. Der Wechsel von Stimmengewalt bis zum verhaltenen Ausklang berührte die Seele.

Das Trio der Folkgruppe „Ballyborne“ aus der niederländischen Partnerstadt bot mit Musik aus Gitarre, Gesang, Violine und Flöte ein Kontrastprogramm. Der Frauenchor Cantus Reni unter der Leitung von Elina Harbers besang die Melodie der Fantasie im Regenbogenland, stimmte ein Lied aus Botswana über Licht, Brot und Frieden in der Welt an, um dann die Heimat Rheine mit einem von Ulrike Menke geschriebenen Song mit kraftvollen Stimmen zu ehren. Die Heimat gewinnt in Zeiten politischer Unsicherheit an Bedeutung.
Als sich zum Schluss alle Chöre zu dem gemeinsamen Finale mit dem Song „Ich glaube“ von Udo Jürgens vereinten, da brannte die Luft und die Haut kribbelte. Nicht enden wollender Applaus und viele Begeisterungsrufe waren der Lohn für ein einzigartiges Konzert, das den Menschen in der portugiesischen Partnerstadt Leiria auch
Trost und Verbundenheit spenden sollte. Mit dem Friedensgebet des Franz von Assisi endete eine bemerkenswerte Veranstaltung.