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Schritt für Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit

Thomas Schwert, Küchenleiter in der Großküche des Caritas-Marienstifts in seiner Wirkungsstätte

Die Großküche der Altenwohnanlage Caritas-Marienstift strebt umweltschonenden Betrieb an

Rheine. cpr. Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz gewinnen in Zeiten des Klimawandels in vielen Bereichen eine immer höhere Bedeutung. So auch in der Großküche der Altenwohnanlage Caritas-Marienstift. Dort werden täglich rund 400 Mahlzeiten gekocht, um die Bewohnenden, aber auch verschiedene Kindertagesstätten im Umkreis und am Wochenende die Suppenküche der Caritas zu versorgen. Thomas Schwert, Küchenleiter in der Großküche des Caritas-Marienstifts ist überzeugt davon, dass Großküchen allein aufgrund ihrer Größe mehr Möglichkeiten haben, beim Thema Nachhaltigkeit etwas zu bewirken.

Einsparpotentiale wurden bereits an vielen Stellen erkannt. So sind energieeffiziente, teilweise sogar multifunktionale Geräte in der Großküche im Einsatz, die einen möglichst energieeffizienten Betrieb ermöglichen. Die Spülmaschine trägt beispielsweise mithilfe von Wärmerückgewinnung einen Teil zur Erhitzung des Warmwassers bei. Auch beim Thema Abfall herrscht hohes Bewusstsein: Einmal wöchentlich wird der Küchenabfall aus dem Caritas-Marienstift abgeholt und anschließend einer Biogasanlage im Emsland zugeführt.

„Wir müssen alle etwas tun“ findet Susanne Wiegard, hauswirtschaftliche Leiterin im Caritas-Marienstift. Es sei nie zu spät, nachhaltig zu handeln, auch nicht im Alter. Deshalb würden Bewohnenden beim Mittagessen bereits mehrmals wöchentlich Alternativen angeboten werden, darunter auch vegetarische Gerichte. Man befinde sich gerade in einer Umstellungsphase, merke jedoch, dass die Akzeptanz mit der Zeit steige. Insbesondere in älteren Generationen sei Fleisch noch stark mit Wohlstand verknüpft. „Wir verstehen es deshalb als Lernprozess,“ so Wiegard. Sie möchte Schritte in die richtige Richtung unternehmen und die Menschen dabei mitnehmen.

Durch anhaltende Hitzewellen in Europa seien aktuell viele Lebensmittel nicht verfügbar, führt Schwert weiter aus. Lange Lieferwege seien aber ohnehin eher klimaschädlich. Die Mitarbeitenden in der Altenwohnanlage versuchen deshalb grundsätzlich auf mehr Biodiversität zu setzen und saisonales Obst und Gemüse zu verarbeiten. Zum Beispiel innerhalb der „Frühlingswoche“ in der eine Woche lang nur saisonale Lebensmittel auf den Teller kommen. „Unser Klientel kennt noch viele ursprüngliche, regionale Gemüsesorten,“ so Wiegard. „Wenn die Nachfrage nach regionalem Obst und Gemüse steigt, sorgt dies auch für mehr Biodiversität. Durch einen wechselnden Anbau von unterschiedlichen Nutzpflanzen, auch Fruchtfolge genannt, kann sich der Boden besser erholen.“

„Es geht immer besser, aber eben nicht von heute auf morgen“ resümiert Küchenleiter Schwert den Sachstand in „seiner“ Küche. Dennoch herrscht in der Großküche des Caritas-Marienstifts bereits heute ein hohes Bewusstsein für die Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten, Einsparpotenzialen und zukünftige Entwicklungen. „Wir sind eben nicht allein auf dem Planeten,“ ist sich auch Wiegard bewusst.