Menschen in Rheines Partnerstadt durch das Sturmtief Kristina erheblich betroffen
LEIRIA/RHEINE. Es ist noch nicht einmal drei Wochen her, als das Sturmtief Kristina in Leiria schwere Verwüstungen anrichtete. Die Schäden werden von offiziellen Stellen inzwischen mit 1,5 bis zwei Milliarden Euro allein im Raum Leiria beziffert. Inzwischen kämpft Rheines portugiesische Partnerstadt aber an zwei Fronten: Zum einen die Beseitigung der Folgen des schlimmsten Unwetters, das die Region je getroffen hat. An zweiter Stelle aber auch den Kampf gegen das Vergessen – denn längst bestimmen andere Schlagzeilen die Geschichten in den Medien.

Rheine als Partnerstadt will in dieser Situation ein Zeichen setzen: „Wir laden herzlich ein zu einem Benefizkonzert für die Aktion ,Rheine hilft Leiria‘ am Sonntag, 1. März, um 17 Uhr in die Dionyskirche“, berichtet Reiner Wellmann, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins. Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung hat Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann übernommen.
Die Caritas der Diözese Leiria hat in dieser Woche einen eindringlichen Appell veröffentlicht: „Obwohl die sichtbarste Phase des Sturms vorüber ist, sind seine Auswirkungen im Leben der Menschen weiterhin tiefgreifend spürbar. Viele Familien sehen sich nach wie vor mit erheblichen Verlusten, wirtschaftlicher Unsicherheit und emotionaler Belastung konfrontiert“, heißt es wörtlich. Und weiter: „Die Region darf nicht vergessen werden. Der Wiederaufbau wird langwierig und herausfordernd sein und anhaltende Solidarität erfordern“.
Leiria erlitt nicht nur schwerste Schäden durch den Sturm Kristina. Danach regnete es tagelang und es folgten Erdrutsche und Überschwemmungen. Etliche hundert Familien mussten aus ihren Häusern evakuiert und in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. Besonders hier möchte der Städtepartnerschaftsverein auch mit seiner Spendenaktion aktiv helfen – wenngleich das sicher nur in bescheidenem Maße möglich sein wird.


Leirias Bürgermeister Goncalo Lopes dankte gestern den unermüdlich tätigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich bei den Aufräumarbeiten engagieren. „Wir sind müde, das stimmt. Aber wir wissen, dass jede Straße gereinigt, jedes Dach repariert wird und die vielen gespendeten Hilfsmittel an die Familien geliefert werden“, sagte Lopes. Er dankte dem Zivilschutz, den Sicherheitskräften, Militär, Feuerwehrleuten, Pfadfindern, Technikern und Freiwilligen: „Die Stärke unserer Gemeinschaft ist größer als alle Widrigkeiten“.
Die von Lopes und der Gemeindeverwaltung ausgegebene Devise heißt „Reerguer Leiria“ – das heißt: Wir bauen Leiria wieder auf! Diese Arbeit, darüber sind sich alle einig, wird noch mindestes ein Jahr dauern. Nach drei Wochen war noch nicht einmal die Stromversorgung in allen Haushalten wiederhergestellt. Darüber gibt es übrigens inzwischen auch Unmut in der Bevölkerung. Und Bürgermeister Lopes hat die Energieversorger aufgefordert, die betroffenen Haushalte nicht länger im Unklaren zu lassen, sondern offen und klar den Stand der Möglichkeiten zu kommunizieren.

Der Städtepartnerschaftsverein arbeitet gerade am Programm des Benefizkonzertes. Bereits zugesagt haben der Chor Soalbate, der Frauenchor Cantus Reni und die Musikschule der Stadt Rheine mit den Jekits-Kinderchören der Bodelschwingh-Schule und der Südeschschule. Weitere Gespräche laufen noch. Der Eintritt wird frei sein, aber am Ende bitten die Veranstalter um eine Spende für die Hilfsaktion „Rheine hilft Leiria“.